Donnerstag, 20. November 2008
Der Winter ist zurück
Nach einer etwas längeren Pause melde ich mich nun wieder aus Calgary. Nach dem ersten, etwas überraschenden Schnee (der leider viel zu schnell wieder geschmolzen ist), ist nun der Winter endlich wieder zurück, diesmal aber so richtig, mit noch mehr Schnee und eiskalten Temparaturen (durchschnittlich 0°) - das ist Canada wie ich es mir vorgestellt habe!! Und um den Winter gleich noch mehr zu genießen, fahre ich nächstes Wochenende zu den Weltcup-Skirennen nach Lake Louise, wo ich mir mit zwei Grazer Freundinnen die Herren-Abfahrt und den Super G anschauen werde! Ich kann es kaum erwarten und hoffe, dass die Österreicher auch was "reißen" werden.
Meine Reisepläne für die Zeit nach den Abschlussplänen sind jetzt auch schon fix: am 12. Dezember fliege ich nach Vancouver bzw. Vancouver Island, wo ich bis 17. Dezember bleiben werde um meine letzten Tage hier in Kanada noch mal so richtig zu genießen. Ich freue mich schon sehr darauf, vor allem weil mir alle sagen, dass Vancouver die schönste Stadt in Kanada sein soll, aber ich werde sicher genug Fotos machen, um das beweisen zu können...
Ansonsten wird es hier schon schön langsam stressig: die Abschlussprüfungen stehen vor der Tür und wir sind bis zum Kopf mit diversen Projekten eingeteilt (die Professoren haben anscheinend Angst, dass wir zuviel Freizeit haben...) deshalb verbringe ich zurzeit mehr Zeit mit Lernen usw. als mir lieb ist, schön langsam erinnert es mich wieder an Graz...
Trotzdem bleibt natürlich immer noch genug Zeit zu feiern bzw. um die kanadische Kultur zu entdecken. Letztes Wochenende sind wir zum Beispiel zu einem echten Rodeo (Bullenreiten) gegangen,schließlich ist Calgary die Westernhauptstadt in Kanada. Das war ziemlich spektakulär (so spektakulär, dass es mir leider nicht gelungen ist wirklich scharfe Fotos hinzubekommen), und leider haben sich zwei Reiter dabei so schwer verletzt, dass sie ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten. Aber einigen ist es dann doch gelungen lange genug auf dem Bullen sitzen zu bleiben, und so haben wir diesen Teil der Kanadischen Kultur auch genießen können.
Morgen drehen wir den Spieß dann mal um und zeigen den Kanadiern bzw. den anderen Austauschstudenten unsere Kultur: die Deutschen (es sind Bayern, also kann man das noch ziemlich gut mit unserer Kultur verbinden) und wir Österreicher haben einen Abend geplant, wo wir typisches Essen (Kartoffel, Kürbiskernöl,...) Getränke (Bier, Schnaps...) und Musik (DJ Ötzi, Reinhard Fendrich...) vorbereitet. Für alle die sich jetzt fragen, wo man in Kanada Kürbiskernöl findet: wir haben ein deutsch/österreichischen Geschäft gefunden, wo man so ziemlich alles kaufen kann was typisch ist: Knödel, Leberkäse, Milka-Schoko, Vanillekipferl, Kuhglocken, Musik, Bücher.... und natürlich auch Kürbiskernöl (fragt lieber nicht nach dem Preis!) - also ein wahrer Glücksfall für unseren Abend (Fotos und ein Bericht davon folgen in Kürze)
Natürlich bin ich auch nach wie vor sportlich aktiv: das allwöchentlichen Volleyballmatch haben wir nach hartem Kampf wieder gewonnen und sonst habe ich das Klettern (habe sogar schon eigene Kletterschuhe usw.) und das Sqash-spielen für mich entdeckt. Das macht mir wirklich total viel Spaß, da es mal eine Abwechslung zu meinen normalen Sportprogramm ist (das erste Squash-Match habe ich gleich gewonnen, obwohl ich das erste Mal gespielt habe)
Ansonsten geht es mir wirklich gut, ich hoffe euch auch,
liebe Grüße,
eure Alex
Mittwoch, 5. November 2008
Erster Schnee in Calgary!!
Nach einer etwas längeren Pause (ich war leider immer beschäftigt), melde ich mich wieder mit Neuigkeiten:
Danach noch einiges von den letzten, ziemlich aufregenden, ereignisreichen und sportlichen Tagen:
letzten Samstag (25. Oktober) machten wir eine Wanderung im Waterton Glacier Nationalpark, der sich teils in den USA und teils in Kanada befindet. Wir brachen um 6 Uhr in der Früh auf (und das nach einer verfrühten Halloweenparty die bis 2 Uhr gedauert hatte), weil wir eine ca. 3 stündige Fahrt vor uns hatten. Gott sei Dank hatte ich da genug Zeit um den verpassten Schlaf nachzuholen. Endlich dort angekommen brachen wir also zu einer ca. 6 stündigen Wanderung im Red Canyon (die Felsen dort sind wirklich rot) auf, die uns schlussendlich zu einem wunderschönen Wasserfall und einem bereits zugefrorenen See führte. Danach gingen die anderen noch weiter zum Gipfel, eine Freundin aus Hollland und ich blieben aber beim See, da sie Höhenangst hat und ich nicht unbegingt passend ausgerüstet war (ich hatte nur Laufschuhe und man musste klettern um zum Gipfel zu kommen). Nach einer kurzen Rast machten wir uns dann wieder auf den Rückweg, wo uns die anderen dann bald wieder eingeholt hatten. So fuhren wir dann gegen 6 Uhr wieder zurück nach Hause (wieder ca. 3 Stunden Fahrt) und fielen müde ins Bett.
Am Dienstag (28. Oktober) sind wir (österreichisch-hollländische Mädelspartie) dann zum Heimspiel der Calgary Flames gegen Arizona Avalanche gegangen. Das ist das Eishockeyteam der Stadt, sie sind ziemlich erfolgreich und drauf und dran die Western Conference (Teil der NHL, für Team aus dem westlichen Part von USA und Kanada). Wir waren super ausgerüstet (wir hatten uns Trickots und Kappen von einigen Freunden ausgeborgt) und so stand dem "Abenteuer NHL nichts mehr im Weg. Das Ganze war ziemlich aufregend, da ich noch nie ein Eishockeyspiel live gesehen habe und weil es auch gleich ziemlich zur Sache ging (erste Schlägerei schon nach ca. 3 Minuten). Gott sei Dank haben "wir" (die Flames) nach miserablem Start dann doch 3:0 gewonnen und so waren alle zufrieden.
Am Donnerstag gab es dann den schon gewohnten Sieg im Volleyball, obwohl es diesmal ziemlich knapp war (26:24 im ersten Satz - wir hatten den Gegner wohl etwas unterschätzt), doch im 2. Satz fanden wir zu unserer gewohnten Stärke und gewannen haushoch.
Freitag war dann DER große Feiertag hier: Halloween. Normalerweise bin ich kein Fan davon, aber wenn man schon mal in Amerika ist, muss man das natürlich auch feiern. Deshalb machten wir (wieder mal eine österreichisch-hollländische Mädelsrunde) auf in die Stadt. Die Kostüme waren bunt gemischt: Katze, Maus, Star Wars-Prinzessin und 80er Jahre Sängerinnen (eine davon war ich, mit riesiger blonder Afro-Perücke). Wir verbrachten den ganzen Abend (ca. 8-2 Uhr) in einem riesigen Club und tanzten bis die Füße wund waren. Leider sperren hier alle Lokale schon um 2 Uhr zu (viel zu früh für uns Europäer) und deshalb machten wir uns dann wieder auf den Weg nach Hause.
Der Samstag stand dann wieder ganz im Zeichen des Sports: am Nachmittag fuhren wir zum letzten und entscheidenden Spiel der Calgary Stampeders, dem American Football Team der Stadt. Da auch das mein erstes Live-Spiel war, war es ziemlich aufregend, leider hatten wir von den Footballregeln noch weniger Ahnung als von den Eishockeyregeln, deshalb war es anfangs ein wenig verwirrend. Doch nach kurzer Zeit wurden wir zu wahre Profis und genossen die super Stimmung im Stadion (ca. 30.000 Zuschauer, immer Musik-hat mich irgendwie an den Beachvolleyball Grand Slam in Klagenfurt erinnert), natürlich typisch amerikanisch/kanadisch mit Hot Dogs und Eistee. Gott sei Dank haben dann die Stampeders auch noch gewonnen (damit sind sie die Sieger der Western Conference und spielen um den Titel in der CFL, der Kanadischen Football Liga). Nach einer kleinen Irrfahrt durch Calgary beschloss ich dann auch noch das Volleyballmatch unseres Collegeteam anzuschauen (zum Vergleich für Volleyballinsider: die könnten ohne Probleme in der 2. Bundesliga mitspielen). Leider verloren sie nach hartem Kampf dann doch 2:3. So ging eine aufregende, sportliche Woche für mich zu Ende.
Ich hoffe es geht euch allen gut,
eure Alex