Hallo!
Nach längerer Zeit melde ich mich wieder einmal und berichte euch von einem typisch kanadischen Feiertag. Ganz nach der Kanadischen Tradition habe ich das lange Thanksgiving Wochenende mit vielen Feiern und noch mehr Essen verbracht.
Alles hat am Freitag mit der Dutch Party begonnen, wo die Hollländischen Austauschstudenten
versucht haben uns ihre "Kultur" näher zu bringen. Wir sind also um 6 Uhr aufgebrochen, orange Kleidung und Heineken Bier war Pflicht, sonst wären wir nicht willkommen gewesen. Die Finnen haben es ganz genau genommen und haben das Gesicht und die Fingernägel auch gleich orange angemalt, was vor allem bei den Burschen sehr lustig ausgeschaut hat. Wir wurden also mit hollländischem Essen (eine Art Erdäpfelpüree mit Ziebeln und Karotten, viel Käse und Kuchen) und Musik (sehr gewöhnungsbedürftig) verwöhnt (gequält). Danach haben wir noch hollländische Spiele gespielt, wo sich wieder einmal herausgestellt hat, dass Businessstudenten einfach besser sind als Sciencestudenten. Beim ersten Spiel musste man mit verbundenen Augen versuchen ein Stück Kuchen von einer Schnur zu essen. Klingt nicht so schwer, ist es aber, wenn man vorher eine Minute im Kreis gedreht wird und die Schnur auch noch viel zu hoch gespannt ist. Für das zweite Spiel brauchte man dann noch mehr Feingefühl. Man bekam ein Messer mit einer Schnur auf den Rücken gebunden und musste dann versuchen es in eine Bierflasche zu befördern. Das war ziemlich schwierig, vor allem weil wir die mitgebrachten Heineken Bier schon ziemlich aufgebraucht hatten. Der ganze Aben war wirklich sehr lustig und weil es jetzt schon einen finnischen und einen hollländischen Abend gegeben hat, planen wir Österreicher zusammen mit den Deutschen auch schon fleißig für unseren Abend. Leider wurde ich überstimmt und es wird keine österreichischen Schlager geben...
Am Sonntag waren wir dann alle (das heißt ca. 30 Leute) zu einem traditionellen Thanksgiving Dinner bei einer unserer Betreuerinnen eingeladen. Wir wurden um vier mit einem Bus abgeholt und fuhren dann ca. eine halbe Stunde aufs Land hinaus, wo wir schon erwartet wurden. Da das Essen erst später serviert wurde, verbrachten wir die erste Zeit mit diversen kanadischen Spielen im riesigen Garten. Ich versuchte mich mit Croquet, wo man versuchten muss einen Ball mit Schlägern, die aussehen wie riesige Hämmer, durch einen Parcours zu befördern.
Das war wie bei den Spielen am Freitag: klingt zwar leicht, war es aber nicht. Trotzdem hatten wir eine Menge Spaß und weil es am Abend so kalt wurde (wir haben jetzt durchschnittlich 3°) verlagerten wir die Feier ins Haus, wo wir uns die Zeit bis zum Essen mit Uno vertrieben. Als es dann so weit war und das Essen serviert wurde, kam ich aus dem Staunen nicht mehr heraus. Es gab (natürlich) gefüllten Truthahn, Süßkartoffeln, Wildreis, Lachs, Salat, Brot... ALLES SELBSTGEMACHT (wie oben erwähnt waren wir ca. 30 Gäste). Danach gab es noch Kürbiskuchen mit Kaffee, einfach traumhaft gut! Und um das ganze Essen gleich wieder herunter zu trainieren, tanzten wir dann noch zu venezolanischer Musik, bis wir alle zu müde waren und schließlich um elf Uhr wieder nach Hause fuhren.
Und weil wir ja im Laufe des Wochenendes noch nicht genug gegessen hatten, beschlossen wir am
Montag, dem eigentlichen Thanksgiving Tag, noch eine Pancake Party zu veranstalten. Mit etwas Glück fanden wir dann einen offenen Supermarkt und deckten uns erst mal mit allem Nötigen ein. Dann begannen wir auch schon zu kochen: Pfannkuchen (ich hab mir das Wort Palatschinken hier abgewöhnt, weil es keiner versteht) mit Champignons, Speck, Tomaten und Käsefüllung - sehr empfehlenswert; Pfannkuchen mit Marmelade; Pfannkuchen mit Eis, Schokosauce und Karamel; Pfannkuchen mit Ahornsirup... unsere zwei Chefköche (nich Köchinnen) verwöhnten uns mit allem was das Herz begehrt (ich durfte dafür Champignons, Zwiebel, Knoblauch... schneiden, welche Ehre!). Und weil wir natürlich viel zu viel eingekauft hatten, ist die Restl-Party schon in Planung.
LG eure Alex
1 Kommentar:
Ich find das echt fantastisch, dass alle Austauschstudenten untereinander pancake-Parties haben. Wir hatten in Irland auch ständig pancake-Parties.
Wünsch Dir viel Spaß und viele tolle Abenteuer.
LG
Christine
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