Hallo!
Am Samstag in der Früh (6 Uhr, also wirklich früh) brachen wir Austauschstudenten und eine
Gruppe aus Venezuela (ca. 50 Leute insgesamt) auf, um für 2 Tage die Rocky Mountains unsicher zu machen. Nach ca. 3 Stunden im sehr komfortablen, aber eiskalten Bus kamen wir zur ersten Station. Es war eine Raststation, wo man Sandwiches um 8 Dollar (ca. 6 Euro) kaufen konnte - willkommen in den Rocky Mountains, wo Touristen total abgezockt werden.
Danach ging es weiter zu den Colubia Icefields, einem der größten Gletscher in Kanada. Dort wurden wir mit einem riesigen Bus (die Reifen gingen mir bis zur Schulter) mitten auf den Gletscher gebracht, wo wir dann ein bisschen herumgehen konnten und Gletscherwasser trinken konnten (es war fast so gut wie unser Hochschwabwasser). Vor allem für die Südamerikaner unter uns war das sehr aufregend, weil einige das erste Mal in ihrem Leben Schnee gesehen bzw. darauf gegangen sind..JPG)
Danach ging es weiter zum Peyto Lake, wo wir von einer Aussichtsplattform den wunderbaren Blick über die Berge und den See genießen konnten. Doch weil es einige Meter noch einen viel besseren Ausblick bzw. Fotomöglichkeiten gab, beschlossen wir von der Plattform runterzuspringen (ca. 1 Meter). Doch leider gelang es Antonia (Schweden) dabei mitten in einen Baum zu springen, sodass sich ein Ast ca. 10 cm tief in ihren Oberschenkel gebohrt hat. Nach der Erstversorgung gings also mal ab ins Krankenhaus in Banff, wo sie gleich einmal ca. 600 Euro für die Behandlung (sie wurde mit 11 Stichen genäht) gezahlt hat.
Nachdem wir unser Gepäck im Hostel in Banff abgeliefert hatten, machten wir noch eine kleine Wanderung zum berühmten Fairmont Banff Springs Hotel, wo man für die Nacht schon mal ein paar Hundert Dollar bezahlt, und zu den Bow Falls, einem kleinen Wasserfall gleich in der Nähe. Auf dem Weg zurück in die Stadt spazierten wir am Bow River entlang, bis uns plötzlich ein Mann ganz aufgeregt entgegenkam und nach einem Handy fragte. Er erzählte uns, dass er einen Schwarzbär im Fuss schwimmen sah und dass der Bär nun in einem Garten in einem der Häuser auf der anderen Seite des Flusses war. Wir gaben ihm also das Handy, damit der die Polizei
anrufen konnte und zückten gleichzeitig unsere Kameras. Doch anfangs sah man leider nicht so viel von dem Bär, da er sich hinter einigen Büschen versteckte. Doch als dann ein Spaziergänger auf ihn zukam, richtete er sich plötzlich auf (er war ca. 1,70m groß), stütze sich am Zaun ab und schaute den Spaziergänger an. Der hatte natürlich einen Schock und ging ganz langsam wieder zurück. Wir, auf der anderen Seite des Flusses, versuchten natürlich Fotos zu machen, doch leider war es zu dunkel und der Bär versteckte sich wieder hinter den Büschen. Kurz darauf kletterte er dann über den Zaun in den Nachbargarten und weiter in Richtung Stadt (das ganze war ca. 100 m von der Innenstadt entfernt). Doch dann kam auch schon die Polizei und vertrieb ihn wieder Richtung Wald. Wow, das war wirklich aufregend, leider hat keiner ein brauchbares Foto...
Danach machten wir uns auf Richtung Innenstadt, wo wir in einem Restaurant mir live Westernmusik unsere Burger und Steaks aßen. Danach gingen wir noch in ein Pup und machten uns dann weiter auf den Weg zurück zum Hostel (Sperrstunde war dort um 1 Uhr, und da wir nicht ausgesperrt werden wollten, brachen wir schon ein bisschen früher auf).
Nach einem typisch kanadischen
Frühstück (Speck, Pfannkuchen, Obstsalat und Kaffee) brachen wir am nächsten Tag auf zum Johnston Canyon (ähnlich wie die Bärenschützklamm in Mixnitz, aber ohne die Leitern). Dort wanderten wir für ca. 2 Stunden zu zwei Wasserfällen, doch leider begann es schon nach wenigen Minuten zu regnen, sodass wir ziemlich nass wurden. Gott sei Dank hat meinen neue Winterjacke, die ich mir hier in Calgary gekauft habe, eine Kapuze und weil ich sowieso mit Haube, Handschuhen, dickem Winterpulli... ausgerüstet war, war alles halb so schlimm.
Danach ging es noch weiter nach Lake Louise, wo einige so mutig waren und im ca. 5 Grad kalten Wasser eine Runde schwimmen gingen. Ich machte mit Tamara (Hollland) eine kleine Wanderung am See entlang und zu einem Aussichtspunkt (ca. 1 Stunde). Dort fütterten wir dann einen nicht mehr ganz wilden Vogel mit Müsliriegel und genossen den wunderbaren Ausblick über die Berge und den wahnsinnig blauen See. Anschließend gingen wir noch ins Chateau Lake Louise, ein Hotel das noch teurer ist als das in Banff. Weil es die ganze Zeit weitergeregnet hat begaben wir uns dann total durchgefroren zurück in den Bus.
Nach ca. einer halben Stunde Fahrt kamen wir dann zu unserer letzten Station, Morraine Lake. Da ich bereits ziemlich müde und die Stufen im Bus ziemlich nass waren, fiel ich dann auch noch die Stufen hinunter, sodass ich jetzt ein nettes Andenken an den Trip habe (riesiger blauer Fleck). Wenigstens mussten wir nicht noch mal ins Krankenhaus fahren.
Danach ging es dann entgültig wieder zurück nach Calgary. Völlig fertig schauten wir uns als Ausklang für dieses aufregende Wochenendenoch noch einen Film an und bestellten Pizza.
Ich hoffe ich konnte euch diesen wunderbaren Trip gut beschreiben, ich fand es wirklich wunderschön und habe auch schon beschlossen zu den Ski-Weltcuprennen Ende November nach Lake Louise zurückzufahren, um mir alles im Winter nochmal anzuschauen und dem Benni Raich zu zeigen, wie man richtig Ski fährt.
LG Alex