Dienstag, 23. September 2008

Rocky Mountains Trip - Bär gesichtet


Hallo!
Am Samstag in der Früh (6 Uhr, also wirklich früh) brachen wir Austauschstudenten und eine Gruppe aus Venezuela (ca. 50 Leute insgesamt) auf, um für 2 Tage die Rocky Mountains unsicher zu machen. Nach ca. 3 Stunden im sehr komfortablen, aber eiskalten Bus kamen wir zur ersten Station. Es war eine Raststation, wo man Sandwiches um 8 Dollar (ca. 6 Euro) kaufen konnte - willkommen in den Rocky Mountains, wo Touristen total abgezockt werden.
Danach ging es weiter zu den Colubia Icefields, einem der größten Gletscher in Kanada. Dort wurden wir mit einem riesigen Bus (die Reifen gingen mir bis zur Schulter) mitten auf den Gletscher gebracht, wo wir dann ein bisschen herumgehen konnten und Gletscherwasser trinken konnten (es war fast so gut wie unser Hochschwabwasser). Vor allem für die Südamerikaner unter uns war das sehr aufregend, weil einige das erste Mal in ihrem Leben Schnee gesehen bzw. darauf gegangen sind.

Danach ging es weiter zum Peyto Lake, wo wir von einer Aussichtsplattform den wunderbaren Blick über die Berge und den See genießen konnten. Doch weil es einige Meter noch einen viel besseren Ausblick bzw. Fotomöglichkeiten gab, beschlossen wir von der Plattform runterzuspringen (ca. 1 Meter). Doch leider gelang es Antonia (Schweden) dabei mitten in einen Baum zu springen, sodass sich ein Ast ca. 10 cm tief in ihren Oberschenkel gebohrt hat. Nach der Erstversorgung gings also mal ab ins Krankenhaus in Banff, wo sie gleich einmal ca. 600 Euro für die Behandlung (sie wurde mit 11 Stichen genäht) gezahlt hat.
Nachdem wir unser Gepäck im Hostel in Banff abgeliefert hatten, machten wir noch eine kleine Wanderung zum berühmten Fairmont Banff Springs Hotel, wo man für die Nacht schon mal ein paar Hundert Dollar bezahlt, und zu den Bow Falls, einem kleinen Wasserfall gleich in der Nähe. Auf dem Weg zurück in die Stadt spazierten wir am Bow River entlang, bis uns plötzlich ein Mann ganz aufgeregt entgegenkam und nach einem Handy fragte. Er erzählte uns, dass er einen Schwarzbär im Fuss schwimmen sah und dass der Bär nun in einem Garten in einem der Häuser auf der anderen Seite des Flusses war. Wir gaben ihm also das Handy, damit der die Polizei anrufen konnte und zückten gleichzeitig unsere Kameras. Doch anfangs sah man leider nicht so viel von dem Bär, da er sich hinter einigen Büschen versteckte. Doch als dann ein Spaziergänger auf ihn zukam, richtete er sich plötzlich auf (er war ca. 1,70m groß), stütze sich am Zaun ab und schaute den Spaziergänger an. Der hatte natürlich einen Schock und ging ganz langsam wieder zurück. Wir, auf der anderen Seite des Flusses, versuchten natürlich Fotos zu machen, doch leider war es zu dunkel und der Bär versteckte sich wieder hinter den Büschen. Kurz darauf kletterte er dann über den Zaun in den Nachbargarten und weiter in Richtung Stadt (das ganze war ca. 100 m von der Innenstadt entfernt). Doch dann kam auch schon die Polizei und vertrieb ihn wieder Richtung Wald. Wow, das war wirklich aufregend, leider hat keiner ein brauchbares Foto...
Danach machten wir uns auf Richtung Innenstadt, wo wir in einem Restaurant mir live Westernmusik unsere Burger und Steaks aßen. Danach gingen wir noch in ein Pup und machten uns dann weiter auf den Weg zurück zum Hostel (Sperrstunde war dort um 1 Uhr, und da wir nicht ausgesperrt werden wollten, brachen wir schon ein bisschen früher auf).
Nach einem typisch kanadischen Frühstück (Speck, Pfannkuchen, Obstsalat und Kaffee) brachen wir am nächsten Tag auf zum Johnston Canyon (ähnlich wie die Bärenschützklamm in Mixnitz, aber ohne die Leitern). Dort wanderten wir für ca. 2 Stunden zu zwei Wasserfällen, doch leider begann es schon nach wenigen Minuten zu regnen, sodass wir ziemlich nass wurden. Gott sei Dank hat meinen neue Winterjacke, die ich mir hier in Calgary gekauft habe, eine Kapuze und weil ich sowieso mit Haube, Handschuhen, dickem Winterpulli... ausgerüstet war, war alles halb so schlimm.
Danach ging es noch weiter nach Lake Louise, wo einige so mutig waren und im ca. 5 Grad kalten Wasser eine Runde schwimmen gingen. Ich machte mit Tamara (Hollland) eine kleine Wanderung am See entlang und zu einem Aussichtspunkt (ca. 1 Stunde). Dort fütterten wir dann einen nicht mehr ganz wilden Vogel mit Müsliriegel und genossen den wunderbaren Ausblick über die Berge und den wahnsinnig blauen See. Anschließend gingen wir noch ins Chateau Lake Louise, ein Hotel das noch teurer ist als das in Banff. Weil es die ganze Zeit weitergeregnet hat begaben wir uns dann total durchgefroren zurück in den Bus.
Nach ca. einer halben Stunde Fahrt kamen wir dann zu unserer letzten Station, Morraine Lake. Da ich bereits ziemlich müde und die Stufen im Bus ziemlich nass waren, fiel ich dann auch noch die Stufen hinunter, sodass ich jetzt ein nettes Andenken an den Trip habe (riesiger blauer Fleck). Wenigstens mussten wir nicht noch mal ins Krankenhaus fahren.
Danach ging es dann entgültig wieder zurück nach Calgary. Völlig fertig schauten wir uns als Ausklang für dieses aufregende Wochenendenoch noch einen Film an und bestellten Pizza.
Ich hoffe ich konnte euch diesen wunderbaren Trip gut beschreiben, ich fand es wirklich wunderschön und habe auch schon beschlossen zu den Ski-Weltcuprennen Ende November nach Lake Louise zurückzufahren, um mir alles im Winter nochmal anzuschauen und dem Benni Raich zu zeigen, wie man richtig Ski fährt.
LG Alex

Donnerstag, 18. September 2008

Kampusleben

Hallo!
Heute hab ich mal Zeit meinen Blog zu aktualisieren und da ist mir aufgefallen, dass ich noch nie die Uni... beschrieben habe. Also: die Uni selber ist ziemlich groß, man kann hier so ziemlich jede Berufsausbildung machen (von Krankenschwester bis zum Polizisten...). Ich belege vier Kurse in der Business School (s. Foto, die Business School ist das Gebäude am rechten Rand). Das ist ein eigenes Gebäude, das erst später gebaut wurde als der Rest, deshalb ist sie noch ziemlich neu und modern eingerichtet. Es gibt einige Computersäle und sogar einen Stand wo man Mittagessen und Kaffee kaufen kann. Im großen Gebäude, wo der Rest untergeracht ist, gibt es eine Bibliothek, einen Bookstore (hier bekommt man die unglaublich teuren Schulbücher, Mappen, Schreibsachen, Souvenirs und sogar Gewand mit dem Collegelogo drauf), einige Kaffeestände (Starbucks und Tim Hortons)... Im Haus der Studentenverbindung gibt es auch einige Restaurants, leider weiß ich nichts genaueres weil ich noch nie dort war und mein Essen eigentlich immer selber koche. Es gibt dort auch eine Bar, wo es ziemlich günstige Getränke gibt. Ich war erst einmal dort, es war ziemlich lustig und überfüllt. Es gibt sogar Karaokeabende dort, mal schauen ob ich mich mal traue etwas zu singen... Das alles ist für mich schon ziemlich beeindruckend, weil ich das aus Graz überhaupt nicht gewohnt bin. Dort haben wir nur unsere Hörsäle und die Mensa.
Aber das beste am Kampus kommt noch: es gibt auch ein riesiges Fitnesscenter, das für uns gratis ist. Dort gibt es Laufbahnen, unzählige Geräte, riesige Turnsäle, eine Kletterwand, Squashhallen,... einfach alles was man sich vorstellen kann. Und es gibt auch ein SWIMMING POOL mit Salzwasser und ein Warmwasserbecken, einfach toll!! Draußen gibt es auch noch Beachvolleyballplätze, Tennisplätze und Fußballplätze, also genug Möglichkeiten fit zu bleiben... Leider darf man im Fitnesscenter nicht fotografieren, aber ich kann euch versichern, es ist wirklich toll!
Zwischen dem Fitnesscenter und den Unigebäuden gibt es auch noch einen kleinen Teich mit Springbrunnen und ein Amphitheater. Es ist wirklich wunderschön dort und wenn es schön ist, verbringe ich dort viel Zeit mit Lesen/Lernen... Rundherum ist sehr viel Rasen und Bäume, die sich schon langsam verfärben, was das ganze noch viel schöner macht.
Die Wohngebäude sind am Kampus verteilt, es gibt einige Häuser im Osten, wo man entweder zu zweit oder zu viert wohnt und einige Häuser und Apartements im Westen. Ich wohhne in einem der 4er Apartements im Westen. Mein Haus ist das Haupthaus, das heißt, dass dort die Rezeption und die Waschmaschinen und Trockner sind, das ist wirklich total praktisch! Und das allerbeste daran ist, dass unser Haus gleich neben dem Fitnesscenter und dem Teich ist. Da unsere Wohnung im 5. Stock ist, habe ich wirklich eine wunderbare Aussicht darauf! Ich teile die Wohnung mit drei Kanadierinnen. Sie sind alle jünger als ich und ein wenig introvertiert, aber schön langsam tauen sie auf und wir verbringen öfters gemütliche Fernsehabende zusammen. Mein Zimmer ist ca. 20m² groß und hat einen begehbaren Kleiderschrank, was wirklich toll ist, weil ich endlich Platz für meinen ganzen Kram habe! Es gibt auch einen großen Schreibtisch, zwei Regale, ein Telefon und ein ziemlich hartes ungemütliches Bett. Das Badezimmer benutzen wir zu zweit und das Wohnzimmer bzw. Küche zu viert. Dort haben wir einen riesigen Fernseher mit ca. 80 verschiedenen Kanälen, eine unbequeme Couch und eine Esstheke. Die Küchenzeile besteht aus einem überdimensionalen Kühlschrank, zwei Waschbecken und einem Herd mit Backrohr (ich glaube ich bin die einzige, die den Herd wirklich benutzt, die anderen verwenden nur das Backrohr und die Mikrowelle). Alles in allem gefällt mir die Wohnung sehr gut und ich bin froh, dass ich hier gelandet bin.
Wie gesagt belege ich vier Kurse (International Finance, Introduction to the Stock Market, Principles of Auditing und Business Communication), ich glaube drei davon sind nicht so schwer, doch der Auditing Kurs wird mich gehörig ins Schwitzen bringen. Dort haben wir den ersten Test schon nächsten Montag (an meinem Geburtstag). Ich finde sie alle wirklich interessant, das einzige was mich stört ist, dass man immer vorbereitet zu den Vorlesungen gehen muss. Das heißt, dass ich meine Wochenende meistens mit Lesen verbringe, da alle meine Kurse zwischen Montag 9 Uhr und Mittwoch 21 Uhr stattfinden. Wenn dann noch Zeit bleibt (was bis jetzt noch immer der Fall war), verbringe ich viel Zeit mit den anderen Austauschstudeten. Es gibt sogar drei Deutsche und eine Halbwienerin hier (sie ist eigentlich aus Guatemala, studiert aber in Wien), der Rest kommt aus Finnland, Holland, Spanien, Australien und Mexiko, also eine ziemlich bunte Mischung. Wir machen öfters Ausflüge in die Stadt, am Wochenende fahren wir in die Rocky Mountains und gehen auf Parties. Letzte Woche haben wir einen Brunch veranstaltet (inkl. Pancakes, Joghurt, Waffeln, Obst, hartgekochte Eier....)
Tja, das ist alles, was mir zum Kampusleben hier einfällt. Ich hoffe es geht euch gut!
LG Alex

Mittwoch, 10. September 2008

Ausflug zum Calgary Zoo und Calgary Tower

Hallo!
Nach längerer Zeit gibt es jetzt wieder Neuigkeiten aus Calgary. Die Kurse haben bereits begonnen, das heißt ich habe leider nicht mehr ganz so Freizeit wie früher, obwohl es im Vergleich zu Österreich trotzdem noch viel ist (hier habe ich nur 3 oder 4 Kurse, in Österreich zwischen 7 und 9). Bis jetzt bin ich ziemlich zufrieden mit meiner Wahl, einen Kurs werde ich nicht besuchen, da er ziemlich fad ist und nicht das was ich mir vorgestellt haben, dafür versuche ich noch in einen anderen hineinzukommen. Mal sehen, ob es mir gelingt. Die Zeiteinteilung dafür finde ich toll, ich habe nur Montag, Dienstag und Mittwoch Kurse, das heißt mein Wochenende beginnt schon Mittwochs!
Das Wetter wird immer schlechter, es regnet immer öfter und trotz zwischenzeitlichen Sonnenschein wird es nie wärmer als 15°.
Letzten Samstag haben wir (die Austauschstudenten-wir sind eigentlich meistens zusammen unterwegs) einen Ausflug nach "Calgary Downtown" also in die Innenstadt gemacht. Zuerst sind wir zum Zoo gefahren. Dort haben wir uns 5 Stunden lang alle möglichen Tiere angeschaut (s. Fotos). Der Zoo ist total riesig und in Kontinente (bzw. Erdteile) aufgeteilt. Wir begannen mit Kanada und wollten unbedingt die Elche sehen, doch leider versteckten sie sich im weitläufigen Gehege so gut, dass wir sie nicht sehen konnten. Danach ging es weiter nach Afrika, wo wir die Giraffen, Löwen, Zebras... beobachteten. Das Nilpferd entschloss sich gerade ein Bad zu nehmen und stürzte sich mit solcher Wucht ins Becken, dass es beinahe überging und wir vor lauter Angst lieber weitergingen. Nachdem wir zahlreiche Affen und Schlangen in Australien gesehen hatten, gingen wir weiter nach Eurasien, wo es wunderschöne Tiger und Bären zu sehen gab. Zum Schluss gingen wir noch in den Prähistorischen Teil, wo lauter Plastikdinosauerier ausgestellt waren. Da ich diesen Teil nicht so spannend fand, gibt es leider keine Fotos davon.
Als wir also nach 5 Stunden Besichtigung fertig waren, machten wir uns mit dem Zug (jawohl, es fährt ein Zug durch die Stadt) auf in Richtung Calgary Tower, einem Aussichtsturm mit Glasboden, ähnlich wie der CN Tower in Toronto, nur nicht ganz so hoch. Dort genossen wir die Aussicht über Calgary, leider war es ziemlich bewölkt, deshalb fehlte das Flair ein bisschen.
Danach gingen wir noch in ein Pup um Abend zu Essen, dort bekam die das grauslichste Sprite und die allergrauslichste Pizza meines Lebens. Weil es dann auch noch zu regnen begann und die Temparatur auf ca. 5° absank, fuhren wir bald wieder nach Hause, in die gute warme Stube.
Leider war das mein bisher einziger Ausflug in die Innenstadt, ich hoffe, dass sich das bald ändert, damit ich wieder neues berichten kann.
LG eure
Alex

Dienstag, 2. September 2008

Ausflug nach Banff/Rocky Mountains

Hallo!

Nach ein paar Tagen in Calgary entschlossen wir uns also einen Ausflug nach Banff, den Hauptort im Banff National Park zu machen. Also standen wir um fünf Uhr auf, um den Bus um 7.30 Uhr nach Banff zu erwischen. Nach ca. 1,5 Stunden Fahrt und einem Bär am Wegrand, den ich leider verschlafen habe, kamen wir an und hatten gleich einen Kälteschock. Trotz dickem Pullover und Jacke zitterte ich die ganze Zeit vor lauter Kälte. Die Stadt selbst ist sehr schön, aber ziemlich auf den Tourismus ausgelegt. Man sieht einen Souvenirshop nach dem anderen, die alle vollgestopft mit Kitsch und WEIHNACHTSZEUG sind (und das im August!!). Nach einem kurzen Rundgang durch die Stadt und entlang am Bow River (total schön) habe ich mir noch ein Steak im Restaurant gegönnt. Danach sind wir mit dem Bus zu einem der Berge gefahren und dann ging es mit der Gondel auf den Gipfel hinauf (wir wären ja zu Fuß gegangen, aber leider hatten wir keine Bergschuhe dabei). Von dort hatte man eine tolle Aussicht über die anderen Gipfel und die Stadt.
Danach gings noch ab zu den Hot Springs, einer Thermalquelle im Ort. Wir wunderten uns noch über den günstigen Eintritt (nur ca. 10 Euro), aber als wir hineingingen, wussten wir auch warum. Es gab nur ein Becken, das war draußen und es wimmelte so vor Leuten, dass man kaum Platz hatte. Trotzdem war es toll nach diesem Kälteschock im 39° heißen Wasser zu baden. Danach gings am Abend wieder zurück nach Calgary, wo wir totmüde ins Bett fielen und sofort einschliefen. Das war ein absolut tolles Erlebnis und ich freue mich schon, wenn ich von 20. - 21. September wieder dort bin und dann auch die Gletscher erkunde!

LG und Bussal
Alex